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	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers"><channel><title>Nachrichten</title><link></link><description></description><language>de-DE</language><copyright>Diözese Bistum Würzburg</copyright><pubDate>Fri, 14 Aug 2026 14:10:42 +0200</pubDate><lastBuildDate>Fri, 14 Aug 2026 14:10:42 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://aschaffenburg-katholisch.de/spirituelles/feed.rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>TYPO3 EXT:news</generator><item><guid isPermaLink="false">news-74494</guid><pubDate>Sat, 08 Aug 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Amputationen</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/amputationen/</link><description>Wer möchte nicht allzu gerne in die Seele des modernen Menschen hineinschauen. Der Tiefenpsychologe C.G. Jung hat es gewagt, wenn er von „drei Amputationen“ spricht, die der moderne Mensch über sich ergehen lassen muss: die Amputation von der Natur, die Amputation von der Geschichte, schließlich die Amputation von der Seele.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Von der Natur: Sie wird vielfach nicht mehr als Schöpfung und vitales Zentrum unseres Lebens erfahren. Entsprechend reagiert sie entfesselt und wie aus dem Gleichgewicht gekommen.<br />Von der Geschichte: Man lernt nicht mehr aus ihr. Führt sie doch vor Augen, dass das Losungswort „Es war“, so der Philosoph Nietzsche, dem Menschen vor Augen führt, „was das Dasein im Grunde ist – ein nie zu vollendendes Imperfektum“ (ein Unvollkommenes). Ein Tier hingegen lebt unhistorisch, weil es im Augenblick aufgeht, kennt nicht Werte, nicht Wesentlichkeit. Faschismus, Rechtspopulismus und Linksextremismus verharmlosen, beschönigen und zerstören den Gemeinsinn.<br />Schließlich die Amputation der Seele. Das Innerste wird dem Oberflächlichen und Materiellen geopfert. „Hast du was, dann bist du was.“ „Was bringt es mir schon, gläubig zu sein.“ Täglich wird sie reichlich beschenkt von verlockenden Angeboten und Entfaltungsmöglichkeiten und begibt sich auf das Glatteis des Wohlstands. Sie wird Opfer der Faszination der sozialen Medien, von Algorithmen, Drogen und unterliegt dem unreflektierten Gebrauch der Digitalisierung.</p><p>Doch die Seele ist nicht nur Impulsgeber für unsere Gefühle und Antriebe. Sie ist auch die oft vergessene Wohnung Gottes im Menschen. Von dort aus setzt Gott Menschen in Bewegung, das Gute und die Liebe zu leben. Sie ist Quelle für Kreativität, Gegengift gegen Depression, Resignation und Lähmung. Beim heiligen Augustinus findet sich das Wort: „Ich habe dich geschaffen ohne dich und will dich nicht erlösen ohne dich.“ Darum geht es für einen glaubenden Menschen: nicht ohne uns, nicht ohne Ihn.</p><p>Lassen wir zu, dass wir Amputierte werden, dann laufen wir Gefahr, zu Veräußerlichten und Getriebenen zu werden. Dazu eine Geschichte aus der östlichen Weisheit. Zwei junge Mönche schauen auf eine Fahne, die sich im Wind bewegt. „Die Fahne bewegt sich“, sagte der eine. „Nein“, so der zweite. „Nicht die Fahne bewegt sich. Der Wind bewegt sie.“ Da kam der Meister vorbei. „Weder die Fahne, noch der Wind. Eure Herzen bewegen sich.“ Werden wir zu Menschen, die in der Seele vom Wind der Liebe und des Guten bewegt werden.</p><p>Peter Spielmann,<br />Pastoraler Mitarbeiter in Obernau</p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74324</guid><pubDate>Sat, 01 Aug 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Das Beste unter der Sonne </title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/das-beste-unter-der-sonne/</link><description>Urlaubszeit. Noch eine Woche und dann geht’s los. Sonst fahren immer die anderen. Jetzt bin ich dran. </description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><span style="line-height:150%">Seit einem Jahr das erste Mal. Ich kann es kaum erwarten, endlich da zu sein - aber der Weg bis dorthin stresst mich jetzt schon. Der Schreibtisch sollte zumindest noch ein bisschen abgearbeitet, die letzten Schultage noch gut geplant, Sachen in die Reinigung gebracht, Termine nach dem Urlaub schon vorbereitet werden …</span></p><p class="western"><span style="line-height:150%">Einfach mal loslassen geht gar nicht. Weil noch so viel zu tun ist - oder schon wieder so viel ansteht.</span></p><p class="western"><span style="line-height:150%">Deswegen war der eine halbe Tag letzte Woche ein ganz besonderer Tag. Weinfest in Castell, Treffen mit alten Freunden. Wir sehen uns einmal im Jahr, immer in Castell, immer zum Weinfest. Und an diesem einen Nachmittag fällt alles von mir ab.</span></p><p class="western"><span style="line-height:150%">Wir sitzen unter Bäumen, die Blätter tänzeln im Wind, die Sonnenstrahlen werfen Lichtpunkte auf den schattigen Rasen, Menschen lachen, das Leben duftet nach Kaffee und Vanilleeis. Ein Tag, an den wir uns erinnern werden, dessen Leichtigkeit uns weiter trägt.</span></p><p class="western"><span style="line-height:150%">Und mir kommt ein Vers in den Sinn, der dem weisen König Salomo zugeschrieben wird: Der Mensch hat nichts Besseres unter der Sonne, als zu essen und zu trinken und fröhlich zu sein. Das bleibt ihm bei seinem Mühen sein Leben lang, das Gott ihm gibt unter der Sonne.</span></p><p class="western"><span style="line-height:150%">Ich wünsche uns viele solche Tage im Leben, nicht nur im Urlaub. Und Zeit und Möglichkeit dazu, sie zu genießen, als wäre es mitten im Urlaub.</span></p><p class="western"><span style="line-height:150%">Stephanie Wegner,&nbsp;Ev. Pfarrerin Kreuzwertheim</span></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74200</guid><pubDate>Sat, 25 Jul 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Zeitmulden und Rituale</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/zeitmulden-und-rituale/</link><description>Spirituelle Expertinnen und Experten geben Tipps für „Urlaubsoasen im Alltag“. Zwei haben mich besonders angeregt:</description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight:normal"><span style="line-height:100%"><font color="#000000"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:12pt"><b>Melanie Wolfers </b>ist Bestsellerautorin, Podcasterin und Ordensfrau. </span></font></font></span></span></p><p><span style="font-weight:normal"><span style="line-height:100%"><font color="#000000"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:12pt">Sie spricht von zahlreichen „<font color="#0000cd"><b>Zeitmulden</b></font>“, die im Tag verteilt sind, kleine Übergänge und Pausen. Da ist das Warten auf den Bus oder bis der Kaffee durchgelaufen ist, das Hängen in einer Telefonwarteschleife. Statt dem nervösen Kopfkino richte ich meine Aufmerksamkeit nach Innen. Was beschäftigt und bewegt mich gerade? Der gegenwärtige Augenblick ist wirklich. Er kann mich nähren und stärken. Die Zeitmulden eines Tages bieten mir einen Trainingsparcours an, um Frische und Energie zu tanken. Wolfers sagt: „Wer präsent ist, ahnt bisweilen, in der Gegenwart von etwas Größerem zu sein.“ Der Philosph Martin Buber sagt: „Der Augenblick ist das Gewand Gottes“. Zeitmulden entbergen auf einmal eine ungeahnte Tiefe.</span></font></font></span></span></p><p><span style="font-weight:normal"><span style="line-height:100%"><font color="#000000"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:12pt">Das probiere ich aus: Schon vor meinem Urlaub nehme mir vor, täglich drei „Zeitmulden“ wahrzunehmen und mich frisch aufladen zu lassen. Mein Blick auf den Tanz der bunten Schmetterlinge am Fliederstrauch gerade in diesem Moment gehört dazu. Genauso der freundliche Gruß der Kassiererin an der Ladentheke gestern.</span></font></font></span></span></p><p><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:12pt"><span style="font-style:normal"><b>Anselm Grün</b></span><span style="font-style:normal"> ist </span><span style="font-style:normal">Mönch der Benediktinerabtei Münsterschwarzach und spiritueller Autor. </span></span></font></span></p><p><span style="font-style:normal"><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:12pt">Er beobachtet, dass viele nach dem Urlaub schnell wieder in den alten Trott geraten. Wichtig ist für ihn der Grundsatz: „eins nach dem anderen. Wer alles auf einmal erledigen will, gerät wieder ins alte Hamsterrad“. Zum Gegensteuern empfiehlt Grün <font color="#0000cd"><b>Rituale</b></font>: „Rituale sind eine heilige Zeit. Heilig ist die Zeit, die mir gehört, über die niemand verfügen kann. Da habe ich das Gefühl: Ich lebe selber, anstatt gelebt zu werden.“ Als Ritual empfiehlt Grün, am Morgen den neuen Tag zu segnen.</span></font></span></span></p><p><span style="font-style:normal"><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:12pt">Das probiere ich aus. Statt nach dem Aufstehen in den gewohnten Ablauf in Bad und Küche zu kommen, öffne ich das Fenster. Ich nehme hörbar ein paar tiefe Atemzüge. Ich schaue, was vor meinen Augen liegt, bin ganz gegenwärtig. Dann mache ich ein bewusstes Kreuzzeichen. Ich segne den Tag mit den Aufgaben und Menschen, die mir heute begegnen. Mit der Zeitung am Frühstückstisch schließe ich Menschen in den Segen ein, von deren Schicksalen oder Engagements ich lese.</span></font></span></span></p><p><span style="font-weight:normal"><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:12pt">Liebe Leser*innen,</span></font></span></span><br /><span style="font-size: 12pt; font-family: Arial, sans-serif;">entdecken Sie Ihre „Zeitmulden“. Vielleicht mögen Sie auch eigene kleine „Rituale“ entwickeln. Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Tag.</span></p><p><span style="font-weight:normal"><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:13pt"><i>Burkhard Fecher, Gemünden</i></span></font></span></span></p><p><span style="font-weight:normal"><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:13pt"><i>Pastoralreferent und Ehe-, Familien- und Lebensberater i.R.</i></span></font></span></span></p>


]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74075</guid><pubDate>Sat, 18 Jul 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Deutschland rüstet auf</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/deutschland-ruestet-auf/</link><description>„Friede sei mit euch“ – so grüßt der Auferstandene seine Freundinnen und Freunde. Dieser Gruß soll auch am Anfang dieses Geistlichen Wortes stehen. Denn, gibt es Wichtigeres in unruhigen Zeiten?</description><content:encoded><![CDATA[<p>Deutschland rüstet auf. Die Nachrichten zu militärischen Zielgrößen überschlagen sich: stärkste konventionelle Armee Westeuropas, weltweit zweitgrößte militärisch nutzbare Satellitenanzahl, bewaffnete Killerdrohnen mit großer Reichweite. Der Haushalt für Arbeit &amp; Soziales bleibt der größte bei den Ausgaben des Bundes. &nbsp;Der Anteil der Ausgaben für Militär und Sicherheit wächst jedoch stetig, von ca 16% im Jahr 2025 auf ca 21% im Jahr 2027 (mittlere Schätzwerte).<br />Mir ist mulmig: Sind wir auf dem richtigen Weg?<br />Die christliche Tradition kennt Spannungen. Martin Luther urteilt nüchtern: Wären wir alle gute Christinnen und Christen, bräuchten wir weder Polizei noch Militär. Da wir es nicht sind, setzt Gott der Gewalt eine staatliche Ordnung entgegen. Luther kann sich dabei auf Jesus berufen: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“<br />Daneben steht die breite Friedenstradition der Kirchen, die militärische Mittel grundsätzlich infrage stellt. Auch sie beruft sich auf Jesus: Er reitet nicht auf einem Schlachtross, sondern auf einem Eselchen in Jerusalem ein. In Gethsemane steckt Petrus sein Schwert weg. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“<br />Ich selbst habe als junger Mann in der Bundeswehr gedient – und bin zu den großen Friedensdemonstrationen gegangen. Heute bin ich dankbar, in einem Land zu leben, das die Freiheit schützt, den Dienst an der Waffe zu verweigern, und in dem militärische Einsätze nur nach Beschluss des Bundestags erfolgen. Dankbar auch für die Vereinten Nationen – trotz aller Blockaden im Weltsicherheitsrat.<br />Zwischen Auftrag des Staates und Ruf Christi bleibt ein Ringen. Christlicher Friede ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Er beginnt im Herzen, sucht Gerechtigkeit und fördert das Leben. Ob es tatsächlich beides braucht: nüchterne Verantwortung – und die entschiedene Sehnsucht nach Frieden, die unsere Mittel begrenzt, unser Reden mäßigt und unser Beten schärft?<br />Möge Gott verhüten, dass unsere wachsenden militärischen Möglichkeiten jemals gebraucht werden. Und wenn Verantwortung gefordert ist, dann bitte unter Recht, mit Maß – und im Licht des Friedefürsten.<br /><br />Bleiben Sie Gott behütet.<br /><br />Ihr Heiner Spittler, Pfr. i.R.<br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73972</guid><pubDate>Thu, 09 Jul 2026 11:50:34 +0200</pubDate><title>Krönchen für die Alltagshelden</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/kroenchen-fuer-die-alltagshelden/</link><description>Wer bei mir Blut abnehmen muss, ist nicht zu beneiden. Die Venen sind schwer zu finden und wenn es endlich geglückt ist, rollen sie sich weg. Deshalb komme ich schon immer sehr angespannt zur Blutabnahme, wenn es denn mal wieder sein muss.</description><content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;So geschehen auch in der letzten Woche. Doch die junge Arzthelferin ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Beherzt und gelassen stach sie zu und alles lief sofort richtig gut. Ich hatte gleich gespürt, dass ihre Ruhe sich auf mich übertragen würde und so waren wir am Ende beide glücklich. Erleichtert bedankte ich mich bei ihr und sagte lachend: &quot;Sie dürfen sich heute ein Krönchen aufsetzen!&quot;. Die junge Frau war ziemlich erstaunt über dieses Lob, denn sie hatte ihrer Meinung nach nichts Besonderes geleistet.&nbsp;<br />Im Rückblick denke ich, dass genau diese Leute eine Krone verdient haben: Nicht die, die laut schreien, sich in den Vordergrund drängen, die sich einbilden, die Größten zu sein. In den vergangenen Tagen mussten wir das im Rahmen der Fußball-WM ja des Öfteren erleben. Dabei sind die Heldinnen und Helden des Alltags viel wichtiger. Menschen, die Ruhe ausstrahlen und Freundlichkeit. Menschen, die selbstverständlich und liebevoll ihre Pflicht tun. Nicht selten findet man sie in den pflegenden Berufen. Sie verdienen nicht nur ausnahmsweise mal ein &quot;Krönchen&quot;. Sie sind wertvoll, jeden Tag. Ich finde, wir sollten ihnen das ruhig öfter mal zeigen.&nbsp;</p><p><strong>Eva Meder-Thünemann, Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Aschaffenburg</strong></p>

]]></content:encoded><category>Einzugsgebiet Aschaffenburg</category><category>Nachrichten</category><category>Region Aschaffenburg</category><category>Kreuzworte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73806</guid><pubDate>Sat, 04 Jul 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Ja zur Zustimmungslösung</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/ja-zur-zustimmungsloesung/</link><description>In der vergangenen Woche gab es im Deutschen Bundestag eine beeindruckende Debatte. Immer dann, wenn der Fraktionszwang aufgehoben ist, gibt es diese Sternstunden des Parlamentarismus. Leider traute eine Fraktion, die sonst immer die Freiheitsrechte absolut setzt, ihren Abgeordneten diese freie Entscheidung nicht zu.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Leidenschaftlich debattiert wurde über die so genannte Widerspruchslösung im Zusammenhang der Organspende. Hintergrund ist, dass fast alle anderen europäischen Länder die Widerspruchslösung haben, dass jedes Jahr hierzulande schätzungsweise 1000 Menschen sterben, weil es viel zu wenig Spenderorgane gibt, dass mehrere Hundert Organe aus dem europäischen Ausland vermittelt werden, dass aber andererseits weit über 80 % aller Erwachsenen grundsätzlich zu einer Organspende bereit wären. Fast alle Abgeordneten waren sich in einer Frage einig: Es besteht Handlungsbedarf. Denn Aufklärung und Werbung allein reichen ganz offensichtlich nicht aus.</p><p>Am Katholikentag in Würzburg konnte ich eine Frau sprechen, die mit einer Spenderlunge ein zweites Leben geschenkt bekam und die leidenschaftlich dafür wirbt, dass sich auch in Deutschland endlich mehr Menschen auf die Liste setzen lassen. Doch die Frage bleibt: Ist die reine Widerspruchslösung dafür wirklich der richtige Weg? Wie ist es mit den Menschen, die sich aus psychischen Gründen nicht in der Lage sehen, wirklich autonom zu entscheiden? Darf der Staat eine Entscheidung von jedem erzwingen?</p><p>Der katholische Moraltheologe und Mitglied des Deutschen Ethikrates Jochen Sautermeister aus Bonn schlägt eine dritte Lösung vor. Zunächst hält er fest, dass der Staat bei einer solch gewichtigen Frage uns Bürgerinnen und Bürger zu einer Entscheidung verpflichten darf. Aber dafür schlägt er neben „Ja“ oder „Nein“ zu einer Organentnahme nach dem Hirntod als dritte Möglichkeit vor „Ich entscheide mich jetzt nicht“. Aus der Widerspruchslösung, nach der jeder, der nicht ausdrücklich nein sagt, automatisch zum potentiellen Spender wird, wird so die Zustimmungslösung. Ich sage nicht einfach nicht nein, sondern ich sage ganz bewusst und willentlich „Ja“ – wie es etwa auch in der Reform des Sexualstrafrechts momentan diskutiert wird. Eine Organspende muss nach Ansicht der Kirchen stets ein bewusster, selbstbestimmter und damit freiwilliger Akt der Nächstenliebe sein und darf weder verpflichtend noch stillschweigend vorausgesetzt werden. Genau das will die Zustimmungslösung.</p><p>Rudi Rupp, Dekan</p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73459</guid><pubDate>Sat, 27 Jun 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Miteinander statt voneinander leben </title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/miteinander-statt-voneinander-leben/</link><description>In letzter Zeit begegne ich immer mehr Menschen, die mit ihrem Leben nicht zufrieden sind, obwohl sie scheinbar alles haben. Und: es gibt so eine Jammerstimmung, über das, was im Leben quer läuft. Im Evangelium am morgigen Sonntag heißt es: Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, ist meiner nicht würdig.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Was mir dabei aufgefallen ist: Es wird nicht allgemein vom Kreuz gesprochen, sondern jeder hat <b>sein Kreuz. </b>Im Grund heißt das: Jeder muss selbst leben.</p><p>Es geht um eine Selbst–Ständigkeit, die mühsam sein kann. Auch und insbesondere in Liebesbeziehungen: Meine Frau zum Beispiel fährt jedes Jahr für ein paar Tage allein weg. In unserem Umfeld gab es da schon kritische Kommentare. Für sie ist aber klar: nur wenn sie auf ihren Beinen stehen kann, können wir auch die nächsten Jahre weiterhin zusammen unterwegs sein. Und das sind nun auch schon 39 Jahre.</p><p>Letztlich darf ich mich nie einem Menschen so in die Hand geben, dass ich ohne ihn nicht mehr leben kann. Es gibt keine Haftpflicht für mein Lebensglück. Und wenn ich einen anderen dennoch „haftpflichtig“ mache, - weil ich ihn vergöttere - bringe ich auch ihn in eine Situation, in der auch er nicht glücklich leben kann. Es ist schon so etwas wie ein „Naturgesetz“: <b>man kann nur miteinander aber nicht voneinander leben</b>. Jeder nehme sein Kreuz auf sich! Viele Menschen sind dann unglücklich, weil sie mit ihrem Leben nicht zufrieden sind. Aber: wenn ich nicht mein Leben leben will, sondern ein anderes haben will, und mich damit vergleiche, stehe ich mir selber im Weg.</p><p>Als Christen haben wir die Hoffnung, dass unser Leben, so wie es ist, bereits getragen ist. Mich ermutigt das! Ich versuche mich und alles so, wie es ist, zu nehmen und „das Beste“ draus zu machen. Am ehesten gelingt mir das, wenn ich akzeptiere, dass mein Leben ein „Kreuz“ ist - nämlich eine Einheit von Gegensätzen. Es gibt Freude und Leid, Lust und Schmerz, sie gehören zum Leben. Und wenn ich eines davon verdränge, verhindere ich auch das andere. So ist nun mal das Leben! Es geht darum diese Spannung auszuhalten und nicht immer andere dafür verantwortlich zu machen. Und so verstehe ich dann auch was Jesus meint: „Wer das (spannungsfreie) Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“</p><p>Spannungen wahrnehmen, aushalten und im Vertrauen auf das Miteinander das Beste daraus machen, das wünsche ich Ihnen und mir</p><p>Dr Peter Müller</p><p>Theologe und Pädagoge</p>


]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73324</guid><pubDate>Sat, 20 Jun 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Sonnenwende</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/sonnenwende/</link><description>Laut Kalender ist am Sonntag Sommeranfang und damit der längste Tag des Jahres. Bis spät in die Nacht bleibt es hell. Das Licht ist auf seinem Höhepunkt. Danach werden die Tage schon wieder kürzer.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><span style="background:#ffffff"><span style="line-height:150%"><font face="Times New Roman, sans-serif"><font color="#3a3a3a"><font face="Univers, sans-serif">Im katholischen Gotteslob (GL 465) gibt es zur Sonnenwende ein Lied. Es beginnt so: “Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht. Nun schenk uns deine Nähe und mach die Mitte gut.“ Das Bild von der Waage beschreibt einen Schwebezustand: Zwischen dem Auf und Ab der beiden Waagschalen gibt es nur einen Punkt des Gleichgewichts. Nur einen Punkt ganz oben und einen ganz unten. So ist es auch mit dem Tageslicht im Jahreslauf. Nur an diesem einen Tag ist das Licht so mächtig. Dann schlägt die Waage schon wieder um. </font></font></font></span></span></p><p><span style="background:#ffffff"><span style="line-height:150%"><font face="Times New Roman, sans-serif"><font color="#3a3a3a"><font face="Univers, sans-serif">Weil die Waage gleich wieder umschlägt, erinnert sie uns daran, auf das Heute zu achten und die Zeit jetzt, die Mitte, zu nutzen. Wir werden an die Vergänglichkeit unseres Daseins erinnert. Später heißt es: </font></font><font color="#3a3a3a"><font face="Univers, sans-serif"><i>„</i></font></font><span style="border:none; display:inline-block; padding:0cm"><em><font color="#3a3a3a"><font face="Univers, sans-serif"><span style="font-style:normal">Das Jahr lehrt Abschied nehmen schon jetzt zur halben Zeit. Wir sollen uns nicht grämen, nur wach sein und bereit.“ </span></font></font></em></span><font color="#3a3a3a"><font face="Univers, sans-serif">Wach und bereit sein, aufmerksam leben.</font></font></font></span></span></p><p><span style="background:#ffffff"><span style="line-height:150%"><font face="Times New Roman, sans-serif"><font color="#3a3a3a"><font face="Univers, sans-serif">Die christliche Überlieferung hat dieses Bild von der Waage an der Gestalt Johannes des Täufers festgemacht. Wir kennen ihn als Vorläufer und Ankündiger von Jesus. Johannes sagt einmal im Blick auf den kommenden Jesus: </font></font><font color="#3a3a3a"><font face="Univers, sans-serif"><i>»</i></font></font><span style="border:none; display:inline-block; padding:0cm"><em><font color="#3a3a3a"><font face="Univers, sans-serif"><span style="font-style:normal">Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.</span></font></font></em></span><font color="#3a3a3a"><font face="Univers, sans-serif"><i>«</i></font></font><font color="#3a3a3a"><font face="Univers, sans-serif"> (Joh. 3,30) Johannes zeigt den Menschen den Weg zu Jesus. Er führt sie sozusagen zum Licht hin. Seinen Geburtstag begehen wir am 24. Juni. Also in der Zeit, wenn die Waage schon umgeschlagen hat und wenn die Tage wieder kürzer werden. Er also nimmt ab. Und sein Geburtstag ist genau gegenüber der Christgeburt zu Weihnachten, am 24. Dezember. Drei Tage nach der Wintersonnenwende. Wenn die Waage wieder umgeschlagen hat. Dann nimmt das Licht von Tag zu Tag wieder zu.<br />Ich wünsche uns allen ein aufmerksames Leben in der Mitte, im Heute. Und vielleicht lesen Sie einmal das ganze Lied nach. Es lohnt sich. </font></font></font></span></span></p><p><span style="background:#ffffff"><span style="line-height:150%"><font face="Times New Roman, sans-serif"><font color="#3a3a3a"><font face="Univers, sans-serif">Bettina Lezuo, evangelische Pfarrerin in Aschaffenburg St. Matthäus</font></font></font></span></span></p><p class="western"></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72848</guid><pubDate>Sat, 06 Jun 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Segen hinter der Gardine</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/segen-hinter-der-gardine/</link><description>Wir sind zu Hause zu viert aufgewachsen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Vier Kinder, die sich morgens streiten, wer wann und wie lange ins einzige Badezimmer darf. Vier Kinder, die kämpfen, wenn das Schulbrot gemacht wird, weil nur noch eine Scheibe Käse übrig ist und ein Mini-Rest Gurke. Einer findet seine Jacke nicht, der andere braucht noch Turnschuhe, die Nächste plötzlich Honig für das Schulfrühstück. Und wer hat meine Hausaufgabenmappe geklaut? Wo ist mein Füller? Es ist Geschrei, Streit und Hetze. Und dann: Um zehn vor Acht rennen alle aus der Haustür. Die Schultasche wird auf den Rücken geworfen. Dann wird unser Schritt langsamer. Unser Wohnzimmerfenster liegt zur Straße. Und jeden Morgen sehe ich, wie unsere Mutter ein bisschen die Gardine zur Seite schiebt und uns zuwinkt. Jeden Morgen, wirklich jeden Morgen, egal ob ich 6 Jahre oder 16 Jahre alt bin. Sie steht da, schaut und winkt mir zu. Ich atme tief durch. Alles ist vergessen: Der Streit, die Hetze, der verlorene Füller. Ich fühle mich gut und stark für den Tag.</p><p>So ist für mich Segen: Eine winkende Hand hinter der Gardine. Etwas, auf das ich mich verlassen kann – jeden Morgen neu. Dass jemand auf mich schaut, wenn ich auf dem Weg bin. Dass ich mich angenommen fühle, egal was vorher war.</p><p>Vielleicht ist es Jakob damals ähnlich ergangen. Von ihm wird in der Bibel erzählt. Er hatte allerdings nur einen Bruder, mit dem er sich aber bis aufs Blut gestritten hatte. Am Ende musste Jakob fliehen. Eines nachts schläft er draußen, im Nirgendwo und hat einen Traum: Der Himmel reißt auf, er sieht eine Leiter. Auf ihr steigen Engel auf und ab. Und Gott ist unter ihnen und sagt: „Ich werde Dir beistehen. Ich bewahre Dich, wo Du auch hingehst… Ich lasse Dich nicht im Stich!“ (1. Buch Mose 28, 15)</p><p>Nichts geht im Leben Jakobs glatt. Aber er überlebt den Tod seiner Frau, eine Hungersnot und den Streit unter seinen Kindern. Am Ende fühlt er sich von Gott gesegnet und bewahrt und gibt diesen Segen an seine Kinder weiter.</p><p>Ein offener Himmel, Gott – der auf einer Leiter zu uns Menschen runterkommt – eine winkende Hand hinter einer Gardine. Einer, der auf mich schaut, wenn ich auf dem Weg bin …</p><p>Dass der Segen Gottes für Sie persönlich spürbar wird – das wünsche ich Ihnen von Herzen!</p><p><strong>Judith Haar-Geißlinger, Pfarrerin in der Kirchengemeinde Kleinheubach</strong></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72726</guid><pubDate>Sat, 30 May 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Dreimal eins</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/dreimal-eins-1/</link><description>Eine positiv irritierende Erfahrung: Wie gewohnt eröffnet der Priester: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western">Weil es sich um einen katholischen Gottesdienst handelt, bezeichnen sich die Mitfeiernden mit dem Kreuzzeichen über Stirn, Brust linke und rechte Schulter. Kurze Stille. Dann beginnt der Priester erneut mit dem Kreuzzeichen – und die Mitfeiernden folgen ihm. Darauf noch einmal. Spätestens jetzt sind die Leute etwas verunsichert und schauen sich fragend an. Er löst auf und stellt die Frage, ob uns eigentlich bewusst sei, dass wir im Namen des dreieinigen Gottes Gottesdienst feiern. Ein Gott in drei Personen – das sei uns Christen in Sprache und Ritual so sehr selbstverständlich geworden, dass es sich lohne, neu darüber nachzudenken.</p><p>An diesem Sonntag nach Pfingsten feiern die katholischen und evangelischen Christen den Dreifaltigkeitssonntag, lateinisch Trinitatis. Als sogenanntes „Ideenfest“ hebt dieser Sonntag einen zentralen Inhalt des christlichen Glaubens hervor. Bereits die Taufformel des Neuen Testaments bezeugt diesen Glauben an den dreieinen Gott. Der trinitarische Monotheismus – ein Gott in drei Personen – gehört von Anfang an zentral zum christlichen Gottesverständnis, auch wenn in den folgenden Jahrhunderten auf Synoden und Konzilien intensiv um ein vertieftes Verständnis weiter gerungen wurde. Nicht zuletzt trugen unterschiedliche Entwicklungen der Trinitätslehre entscheidend zum großen abendländischen Schisma bei, da die Westkirche für sich die Lehre weiterentwickelte, ohne dafür zu einem gemeinsamen ökumenischen Konzil einzuladen.</p><p>Einen eigenen Dreifaltigkeitssonntag kennt die orthodoxe Kirche nicht; vielmehr wird an Pfingsten mit der Offenbarung des Heiligen Geistes zugleich das Wirken der ganzen Dreifaltigkeit gefeiert.</p><p>Zurück zum Kreuzzeichen: Es kann eine einfache, aber sprechende Geste sein und im wahrsten Sinne entscheidendes „andeuten“: Gott verbindet Himmel und Erde, Schöpfer und Geschöpf. Er ist zugleich Einheit und Vielfalt. Gott ist nur in Beziehung zu denken. In Jesus Christus wird der ewige Logos Bruder und Mitmensch; der Heilige Geist verbindet, belebt und trägt. Gott selbst ist Beziehung – und lädt den Menschen zur Beziehung ein – zu ihm und untereinander!</p><p><strong>Andreas Bergmann, Pastoral- und Bildungsreferent, Kirchlicher Organisationsberater</strong></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72566</guid><pubDate>Sat, 23 May 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Nachtgebet</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/nachtgebet-2/</link><description>Bist du da, Heiliger Geist? Ich kann nicht schlafen. Vorhin hab ich die Nachrichten gesehen. Was auf der Welt alles los ist! Ich glaub, wir brauchen dringend deine Hilfe. Hier gibt´s eine ganze Menge für dich zu tun. </description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><span style="line-height:200%"><font color="#000000"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:11pt">Die Krieg</span></font></font><font color="#000000"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:11pt">e</span></font></font><font color="#000000"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:11pt"> – schrecklich! Festgefahrene Fronten. Kein Ausweg in Sicht. Und nicht nur dort - so viele Menschen, die leiden, die hungern, die verzweifelt sind. Kinder, die keinerlei Perspektiven haben. Unbegreifliche Not. Und bei uns? Krisen, wohin man schaut. Der Erdüberlastungstag war schon vor zwei Wochen! An allen Ecken und Enden fehlt das Geld. Einsparungen, Kürzungen, Schließungen, Entlassungen. Umbrüche überall. Und wir mittendrin - irgendwie mithinein verstrickt. Ob man will oder nicht. Verkehrte Welt. Wie ein schlechter Traum, aus dem man aufwachen will. Heiliger Geist, kannst du nicht kommen und ein großes Wunder geschehen lassen? Du bist doch zuständig für den Frieden und für die Einigkeit und dafür, dass Menschen zur Besinnung kommen.</span></font></font></span></p><p class="western"><span style="line-height:200%"><font color="#000000"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:11pt">Oh! Was? Du sprichst mit mir? Hab ich richtig gehört? Ich soll die Verantwortung nicht abschieben? - Du bist ja wirklich da, Heiliger Geist! Du hast mir echt zugehört. Und ich hab dir nur die Ohren vollgejammert. - Du meinst, ich darf das? Bei dir bin ich mit meiner Klage an der richtigen Adresse. Ich soll dir einfach sagen, was ich auf dem Herzen habe? – Weißt du, Heiliger Geist, ich mach mir Sorgen. Ich wünsch mir so sehr, dass alles gut wird, gut ausgeht mit der Welt, mit uns, mit mir, dass endlich Frieden wird und sich die Probleme lösen. – Du verstehst mich! Du willst das auch? Und du fragst mich, ob ich dazu was beitragen will? – Ja, schon. Aber ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Wenn ich ein bisschen mehr Klarheit hätte. Mehr Kraft. Und vor allem mehr Mut. Dann würde es mir bestimmt leichter fallen. Du könntest mir ja helfen und mir zeigen, was ich tun soll? – Ach, was? Das ist schon das Erste? Beten? Mit dir reden? - Ok, das kann ich machen. Ich tu es ja gerade. Und was noch? - Ich soll die Hoffnung nicht aufgeben und auf die Kraft der Liebe vertrauen? - Du hast Recht. Aber Hoffen und Lieben ist manchmal gar nicht so einfach. – Du willst mir morgen damit beim Üben helfen? – Das ist gut. Dann schlaf ich jetzt mal. Bleib du bitte wach, Heiliger Geist. Genug zu tun hast du ja. Gut´ Nacht. Bis morgen.</span></font></font></span></p><p class="western"><span style="line-height:200%"><a name="_GoBack"></a><font color="#000000"><font face="Arial, sans-serif"><span style="font-size:11pt">Heike Kellermann-Rupp, Pfarrerin im Schuldienst</span></font></font></span></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72289</guid><pubDate>Sat, 16 May 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>„Hab&#039; Mut, steh auf!“</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/hab-mut-steh-auf-4/</link><description>​​​​​​​An diesem Wochenende sind in Würzburg viele Menschen aus ganz Deutschland und weit darüber hinaus auf den Straßen: Es ist Katholik:innentag!</description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="line-height:100%">Das Motto „Hab' Mut, steh' auf!“ stammt aus einer Heilungsgeschichte im Markus-Evangelium: Der blinde Bartimäus erhebt seine Stimme, um laut nach Jesus zu rufen. Und als er seinerseits gerufen wird, steht er auf und läuft auf Jesus zu – mit geöffneten Augen. </span></p><p><span style="line-height:100%">Ein kleines Detail der Geschichte hat mich schon immer bewegt: Bartimäus, so wird erzählt, wirft seinen Mantel ab, als er sich erhebt und auf Jesus zugeht. Viel mehr noch als heute war ein Mantel damals ein Vielzwecktuch, Decke, Schlafsack, vielleicht sogar Zelt in der Nacht. Und man hatte nur einen Mantel –&nbsp; was weg ist, ist weg!&nbsp;</span></p><p><span style="line-height:100%">Bartimäus wirft also hinter sich, was ihm vielleicht schon über Jahre hinweg Wärme und Geborgenheit geschenkt hat. Sehen können, aber frieren: Ist das die Alternative?<br />Wer Mut hat und aufsteht, macht sich oft genug verletzlich.<br />Wer Mut hat und aufsteht, steht nicht selten allein da und wird angreifbar.<br />Das ist das Risiko, vielleicht auch der Preis dafür: aufstehen, die Augen aufmachen, losgehen. Deshalb braucht es ja Mut.</span></p><p><span style="line-height:100%">Bartimäus lässt mit seinem Mantel auch seine Vergangenheit hinter sich, vielleicht auch manches, was ihn eingeengt und behindert hat in seinem früheren Leben. Mit einem Mantel läuft es sich ja eher beschwerlich, wenn man plötzlich voller Schwung, Energie und Lebens-Lust ist! Dann kann es einfach nur Bewegungs-Freiheit bedeuten, wenn man den Mantel abwirft.</span></p><p><span style="line-height:100%">Die Jazz-Posaunistin Antonia Hausmann erzählt, dass sie sich zusammen mit einer Freundin vorgenommen hat: „Immer einmal am Tag mutig sein!“ Dazu sind wir gerufen, wie Bartimäus: Die Augen aufmachen. Das zurücklassen, was uns hindert. Uns verwundbar machen.<br />Was gewinnen wir dafür? Eine neue Freiheit, zu gehen, wohin wir gerufen sind. Und vielleicht – wie Bartimäus – eine neue Gemeinschaft, die Wärme und Geborgenheit schenkt, wie ein Mantel! Aufstehen, losgehen – und mutig sein! Wenigstens einmal am Tag.</span></p><p><strong><span style="line-height:100%">Dr. Ursula Silber<br />ist Leiterin der Erwachsenenbildung im Martinushaus</span></strong></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72234</guid><pubDate>Sat, 09 May 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Muttertrost</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/muttertrost/</link><description>​​​​​​​Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Was für ein schönes Bild. Der Prophet Jesaja verwendet es im letzten Kapitel seines Buches in der Bibel. Er möchte damit deutlich machen, wie Gott ist. Ein Kind, das traurig ist, wird getröstet. Wie nötig und wie hilfreich.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><span style="line-height:115%">Welchen Trost hat Ihre Mutter gegeben? Einfach in den Arm nehmen. Sanft hin und her wiegen. Über den Kopf streichen. Fragen, was los ist und aufmerksam zuhören, auch wenn vor lauter Gestammel kaum ein Wort verstanden wird. Über die Wunde pusten und sie verarzten. Leise ein Lied singen oder summen. Komm, ich mache dir eine Tasse Kakao und vielleicht gibt es sogar noch einen Keks dazu. Gut, wenn wir das als Kind erleben durften. Trost – wir alle brauchen ihn und trotzdem ist es manchmal gar nicht so einfach, sich trösten zu lassen.</span></p><p class="western"><span style="line-height:115%">Damit haben die Kinder kein Problem, sie lassen sich bereitwillig in die bergende Umarmung fallen. Selbstverständlich trösten Väter auch.</span></p><p class="western"><span style="line-height:115%">Ich finde es jedoch bemerkenswert, dass in der Bibel, die sonst überwiegend männliche Bilder von Gott aufzeigt (Gott als der Schöpfer, Hirte, Fels, Allmächtige, Richter, Verzeihende, wie ein Vater…) auch das Bild der Mutter nutzt, um deutlich zu machen, mit welchen Eigenschaften uns Gott begegnen möchte. Und das Muttersein ist ja weit mehr als Trösten. Wie viele Mütter sorgen sich tagein tagaus um ihre Kinder, geben Halt und Schutz, nähren, erziehen und sorgen so dafür, dass die nächste Generation heranwachsen kann. Dank dafür!</span></p><p class="western"><span style="line-height:115%">So wie in Ihrer Familie hoffentlich nicht nur am Muttertag die Mutter geehrt, überrascht und beschenkt wird, so dürfen wir uns jeden Tag in die mütterlichen Arme unseres liebenden Gottes werfen oder IHM / IHR ganz zaghaft unseren Kummer zuflüstern.</span></p><p class="western"><span style="line-height:115%">Ich wünsche Ihnen die aufbauende Kraft des Trostes, zartes Mitgefühl und die gute Erfahrung, selbst Trost geben zu können.</span></p><p class="western"></p><p class="western"><strong><span style="line-height:150%">Andrea Marquardt<br />evangelische Religionspädagogin in Aschaffenburg</span></strong></p><p class="western"></p><p class="western"></p><p class="western"></p><p class="western"></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72122</guid><pubDate>Sat, 02 May 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Kirche und Politik</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/kirche-und-politik-1/</link><description>Darf Kirche politisch sein? Immer wieder begegnet mir diese Frage in unterschiedlichen Zusammenhängen. Und oft habe ich den Eindruck, dass die Politik gut damit leben kann, wenn sich die Kirchen zur Politik äußern, solange sie ihr Handeln gutheißen. </description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:14pt">Äußern sie sich kritisch, dann weist man sie gerne in ihre Schranken und sagt, sie sollen sich auf ihr Kerngeschäft, also auf religiöse Inhalte beschränken. Was aber sind religiöse Themen? Da geht es doch nicht ausschließlich um Glauben, Gebet und Gotteslob. Es geht auch darum, die Welt mitzugestalten. </span></p><p><span style="font-size:14pt">Schon im Alten Testament war es die Aufgabe der Prophetinnen und Propheten, den Staatslenkern ins Gewissen zu reden und sie vor den Folgen ihrer Politik zu warnen. </span></p><p><span style="font-size:14pt">Auch das Neue Testament lässt sich an vielen Stellen politisch deuten. Im ‚Magnificat‘ der Maria komponiert der Evangelist Lukas ein Lied, das viele Verse aus dem Alten Testament enthält. Maria spricht hier von der Hoffnung, dass sich die ungerechten Herrschaftsstrukturen ändern: „Gott stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen“, Hungernde werden beschenkt während Reiche leer ausgehen. Das ist brisant, wenn wir bedenken, dass die römische Besatzungsmacht damals mit brutaler Härte über Israel herrschte. Wenn Jesus in den Evangelien vom ‚Reich Gottes‘ spricht, dann geht es auch um Gerechtigkeit für die Menschen, die ausgegrenzt und ausgebeutet werden und unter den Verhältnissen zu leiden haben. Er benennt die Ungerechtigkeiten zwischen Mächtigen und Machtlosen, zwischen Reichen und Armen und sagt „Bei euch aber soll es nicht so sein“. So wie es in der Welt zugeht mit Unterdrückung und Machtmissbrauch, so geht es nach dem Willen Gottes eben nicht. Wer sich auf Jesus und seine Botschaft beruft, ist gefordert, an diesem ‚Projekt Gottes‘ mitzuarbeiten.</span></p><p><span style="font-size:14pt">So betrachtet komme ich zu dem Schluss, dass die Kirchen sich sehr wohl zur Politik äußern dürfen und sogar müssen. Aufmerksam machen, mahnen, Ideen einbringen, wie wir kleine Schritte auf das Ideal ‚Reich Gottes‘ hin gehen können, das sollten sich diejenigen gefallen lassen, die Politik gestalten. Ich weiß, wie schwierig es ist, Ideale zu verwirklichen. Das kann uns aber doch nicht davon abhalten, welche zu haben. Wir brauchen Geschichten, die zum Nachdenken anregen und Mut machen, und die Kirchen sollen sie erzählen. </span></p><p><span style="font-size:14pt">Brigitte Glaab, alt-katholische Priesterin, Aschaffenburg</span></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71990</guid><pubDate>Sat, 25 Apr 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Rote Ostereier </title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/rote-ostereier-1/</link><description>Von Erzpriester Martinos Petzolt
Ostern ohne Eier ist wohl kaum vorstellbar. Eier sind überall und in allen Formen anzutreffen, schmücken Tische und Gestecke und werden als Schokolade wochenlang verschenkt und tonnenweise verzehrt. Und wieviel Symbolik ist schon in die roten Ostereier hineingelegt oder aus ihnen herausgelesen worden.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><span style="line-height:100%">Wenn die griechischen Frauen jedes Jahr am Gründonnerstag vor dem Passionsgottesdienst die Eier mit roten Zwiebelschalen rot kochen und mit Olivenöl glänzend polieren, denken sie wohl mit Schaudern an das Blut Christi, das vom Kreuz herabgetropft ist, um die Menschheit und die ganze Schöpfung zu erretten. Aber wahrscheinlich freuen sie sich auch auf Ostern und das neue Leben, das die Eier symbolisieren sollen.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">So alt und ursprünglich die griechische Kirche auch ist, rotgefärbte Eier sind älter und sogar vorchristlich. Auf allen antiken Märkten des Mittelmeerraumes wurden Eier verkauft, rohe und gekochte. Um sie zu unterscheiden waren die hart gekochten Eier gefärbt, mit roter Farbe, meist einfach durch Zugabe von Zwiebelschalen ins Kochwasser. So konnte jeder Irrtum beim Kauf ausgeschlossen werden. Die den roten Eiern zugesprochene Symbolik ist also nachträglich, denn die rote Farbe gekochter Eier hatte ursprünglich rein praktische Gründe.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">Hart gekocht dienen die roten Hühnereier heute einem schönen Ritual. Nachdem der Priester die Eier in der Osternacht gesegnet und jedem der Anwesenden am Ende der Osternacht verteilt hat, schlagen sich die Gläubigen gegenseitig die Eier auf, indem sie sich dabei grüßen: Christus ist auferstanden - Christos anesti, mit der Antwort: Er ist wahrhaft auferstanden - alithos anesti. Dessen Ei dabei nicht zerbricht, hat als Gewinner die Chance, ein weiteres Ei aufzuschlagen und wiederum den Ostergruß weiterzugeben, bis sein eigenes Ei zerbricht und er es endlich verzehren kann. Auch solch ein Spiel macht den Auferstehungsglauben im Alltag vierzig Tage lang gegenwärtig. Die Osterfreude zeigt sich im fröhlichen Essen mit dem himmlischen Bräutigam, wie auch die vegane Fastenzeit an das verlorene Paradies erinnert hat, in dem die Früchte der Bäume und des Feldes den paradiesischen Menschen als Nahrung genügte. Dieses verlorene Paradies wurde wieder eröffnet durch den auferstandenen Christus, deshalb kennt die Osterfreude keine Grenzen. Christus ist auferstanden - Er ist wahrhaft auf erstanden.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">Autor Martinos Petzolt ist Griechisch-orthodoxer Pfarrer von Würzburg und Unterfranken.</span></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71821</guid><pubDate>Sat, 18 Apr 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Kleines Ostern</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/kleines-ostern/</link><description>Vor zwei Wochen haben wir Ostern gefeiert, das Hochfest der Auferstehung des Herrn. Ich muss sagen: es ist mein liebstes Kirchenfest. Der Schmerz der Passion Jesu der sich dann wandelt in die höchste Freude, in die reine Glückseligkeit, ins Licht des Auferstandenen. Das macht was mit mir, das reißt mich mit.</description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="line-height:100%">Manchmal frage ich mich, wie das eigentlich mit der Auferstehung in unserem Leben ist.&nbsp;Vielleicht kennen Sie das auch: Sie erleben einen richtig miesen Tag, an dem alles schief läuft oder Sie bekommen eine unschöne Nachricht mitgeteilt oder etwas Anderes lässt Ihre Laune und Ihr Wohlbefinden auf einen Tiefpunkt sinken – im privaten wie im öffentlichen Raum.</span></p><p><span style="line-height:100%">Gerade die Krisen und Kriege der letzten Zeit lassen mich da nicht selten mutlos werden. Es scheint zum Teil so schwer und dunkel zu werden auf dieser Welt, scheinbar aussichtslos.</span></p><p><span style="line-height:100%">Doch genau da berührt mich Ostern besonders:&nbsp;Jesus geht MIT UNS auf dem Weg; er leidet mit uns und geht ins Grab mit uns – also mit in unsere dunkelsten Abgründe – aber er steht auch wieder auf mit uns. Er schenkt uns seine Liebe, sein Licht, seine Freude, denn er lebt mitten unter uns.</span></p><p><span style="line-height:100%">Wir sind eingeladen ihn immer wieder in unserem Leben zu suchen und zu entdecken: in den strahlenden Augen eines Kindes, im Lächeln eines Nachbarn, im guten Wort einer Bekannten, einfach in all den schönen Kleinigkeiten, die unser Leben immer wieder versüßen.</span></p><p><span style="line-height:100%">Dadurch wird – so finde ich – alles gleich viel leichter und angenehmer, denn ich darf die Gewissheit haben, nicht alleine zu sein. Und das ist dann auch ein Stück Auferstehung in meinem Leben, wenn ich diese grenzenlose Freude von Ostern auch im Kleinen immer wieder sehen darf.</span></p><p><span style="line-height:100%">Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie die Freude des Auferstandenen in ihrem Leben entdecken können und so von Ostern beschwingt in Ihrem Alltag weitergehen können!</span></p><p><strong><span style="line-height:100%">Ihre Helena Wissel, duale Studentin, Ehe- und Familienseelsorge Aschaffenburg</span></strong></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71706</guid><pubDate>Sat, 11 Apr 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Trost</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/trost/</link><description>Was verstehen Sie unter Trost? Als Mutter habe ich meine Kinder getröstet, indem ich sie auf den Schoß nahm, auf die Schürfwunde gepustet und ihnen manchmal ein Lied vorgesungen habe: „Heile, heile Segen, morgen gibt es Regen, übermorgen Sonnenschein, dann wird’s wieder besser sein.“ Oft hat das geholfen.</description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="line-height:100%">In Vorbereitung auf den ökumenischen Emmausgang in Lohr denke ich darüber nach, was Trost ausmacht. Nach seinem Tod und seiner Auferstehung schließt sich Jesus zwei seiner Jünger an, die in das Dorf Emmaus unterwegs sind. Die beiden Männer verstehen die Welt nicht mehr. Ihr Schmerz ist groß. Sie sind unglücklich, verzweifelt und in gewisser Weise hoffnungslos. Selbst der Leichnam Jesu ist nicht mehr zu finden. Wo ist Jesus? War alles, wovon er geredet hat, eine Lüge?</span></p><p><span style="line-height:100%">Jesus als Weggefährte bleibt unerkannt, aber er hört den Klagen der Jünger geduldig zu.</span></p><p><span style="line-height:100%">Kennen Sie das Gefühl der Befreiung, wenn Sie sich etwas „von der Seele reden“? Da ist eine, die genau hinhört. Da ist einer, der an Ihrer Seite bleibt in der Not und nicht das Weite sucht.</span></p><p><span style="line-height:100%">Wenn wir ein Kind in den Arm nehmen, vielleicht mit einem Pflaster versorgen, also das kleine Leid ernst nehmen, die Tränen trocknen, hören, wie es geschehen ist, machen wir es intuitiv wie Jesus als Seelsorger. Er hört so zu, dass sich der Blick der Jünger weiten kann. Er fragt nach. Und was im Evangelium nach Lukas nur angedeutet wird, wird beim Nachdenken und -spüren klar: Er bietet seinen Jüngern noch mehr an. Er erklärt, was den Jüngern heilig ist, was in den Schriften und Propheten geschrieben ist. Jesus belässt es nicht bei einer schnellen Streicheleinheit, er investiert Zeit. Zeit auf das Hören, auf das Erklären und – ganz wichtig – Zeit für Gemeinschaft. Er bleibt bei seinen Jüngern, teilt mit ihnen das Abendbrot und verlässt sie erst, als ihnen die Augen aufgegangen sind, dass der, um den sie trauern, lebt.</span></p><p><span style="line-height:100%">Ich wünsche mir und Ihnen in Zeiten der Not einen Menschen an der Seite, der spürt, dass seine Nähe gebraucht wird und sich Zeit nimmt fürs Hören, Nachfragen, vielleicht sogar für einen Hinweis auf einen neuen Blick auf Geschehenes und vermeintlich Alt-Bekanntes. Der bleibt, um das Brot zu teilen oder einen Tee gemeinsam zu trinken. Das kann die Nachbarin sein, aber auch der Seelsorger Ihrer Kirchengemeinde oder eine Ehrenamtliche der Telefonseelsorge. Und auch Sie können es sein für einen Menschen, der Trost braucht.</span></p><p><span style="line-height:100%">Ich erfahre: Trost ist viel mehr – aber etwas anderes – als ich lange gedacht habe. Trost „macht das Leid nicht einfach weg“, sondern es hilft hindurch. Tröster sind Menschen, die nach meinem christlichen Glauben vom Heiligen Geist, dem Tröster, berührt werden – und es gelegentlich gar nicht bemerken. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete, trostvolle und auch frohe Osterzeit!</span></p><p><strong><span style="line-height:100%">Ihre Carolin Esgen, Prädikantin im Evang.-Luth. Dekanat Lohr</span></strong></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71404</guid><pubDate>Sat, 04 Apr 2026 08:00:00 +0200</pubDate><title>Von der Marter alle</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/von-der-marter-alle/</link><description>Jetzt wünschen wir uns gegenseitig „Frohe Ostern!“ Wollen wir Christen diesen Gruß noch vertiefen, stimmen wir ein bekanntes Lied an: „Christ ist erstanden von der Marter alle. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.“ In ihm drücken wir unsere Hoffnung auf ewiges, erfülltes Leben aus, das wir in Kreuz und Auferstehung Jesu Christi begründet glauben. Kreuz und Auferstehung sind die beiden Seiten der einen Medaille. Sie führen zum österlichen Frieden.</description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="line-height:100%">Um dem nachzuspüren, möchte ich uns einen Begleiter anbieten. Es ist Franziskus, der „Poverello“ aus Assisi. In diesem Jahr werden wir am 3. Oktober seinen 800. Todestag begehen. Papst Leo XIV. würdigt in diesem Zusammenhang den Heiligen als großen Friedensstifter und er hofft, „dass die Botschaft des Friedens heute in Kirche und Gesellschaft ein tiefes Echo finden möge.“ Worin aber liegt der Frieden des Hl. Franziskus?</span></p><p><span style="line-height:100%">Vor zwei Jahren feierte die Franziskanische Welt bereits 800 Jahre Stigmatisation (Empfang der Wundmale Jesu Christi) des Hl. Franziskus. Am 17. September, nach dem Fest „Kreuzerhöhung“, feiern die Franziskaner jedes Jahr diesen bedeutenden Gedenktag. Die Stigmatisation des Heiligen bezieht sich auf die Ereignisse von 1224 in La Verna, östlich von Florenz gelegen, in den rauen Höhen des Apennins.</span></p><p><span style="line-height:100%">Franziskus, der sich in der größten Krise seines Lebens und seiner Berufung befindet, erlebt dort den Karfreitag seines Lebens. Es bedrücken ihn die Erinnerung an die Sünden seiner Jugend und es belastet ihn die Entwicklung seiner Gemeinschaft. Gibt es noch eine Zukunft nach dem Karfreitag?</span></p><p><span style="line-height:100%">P. Leopold Mader OFMconv sagte mir im Blick auf die Stigmata des Hl. Franziskus: „Niemand kommt ungezeichnet davon, wenn er nur nahe genug herangekommen ist: Eine Auszeichnung? - Ja - aber nur wie eine klaffend-sehnsüchtige Wunde.“</span></p><p><span style="line-height:100%">Die „Legenda maior“ schildert, Franziskus habe nach einer Nacht des Gebets auf La Verna einen Seraph, einen Engel, mit sechs mächtig leuchtenden Flügeln wahrgenommen, der in sich den Gekreuzigten preisgab. Freude und Trauer erfüllen Franziskus: Österliche Freude über das Schauen Jesu auf ihn und tiefe Trauer über sein Schauen auf den leidenden Herrn am Kreuz.</span></p><p><span style="line-height:100%">Worin liegt nun der Frieden des Hl. Franziskus? Dort, wo er den Karfreitag seines Lebens - die „Marter alle“ - aushielt und Jesus selbst ihm Ostern schenkte, das Fest seines Friedens.</span></p><p><span style="line-height:100%">Stiftspfarrer Martin Heim, Dekan</span></p>]]></content:encoded><category>Region Aschaffenburg</category><category>Kreuzworte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71387</guid><pubDate>Sat, 28 Mar 2026 08:00:00 +0100</pubDate><title>Gott sei Dank!</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/gott-sei-dank-4/</link><description>Heiliger Antonius hilf! Dieses Stoßgebet empfahl mir eine Nachbarin, als ich neulich meinen Ehering verloren hatte. Überall hatte ich schon gesucht – im ganzen Haus und auf allen Wegen, die ich an diesem Tag im Dorf schon zurückgelegt hatte. Ich hatte schon alles Menschenmögliche unternommen, um diesen Ring zu finden, also würde ein Gebet wohl auch nichts schaden. Aber kann beten wirklich helfen? Ja, beten hilft! Nicht immer so, wie ich mir das erhoffe und oft nicht sofort, aber als Christen dürfen wir uns auf die Kraft des Gebets verlassen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wenn wir beten, wenden wir uns mit unseren Anliegen an Gott. Wir können mit ihm reden, wie mit einem Freund. Und wir können jederzeit damit anfangen. Beten ordnet Gedanken, beruhigt und öffnet für neue Perspektiven. Wer religiös sozialisiert ist, lernt schon zuhause, im Kindergarten und im Religionsunterricht, wie Gebete formuliert und in Ritualen ganz selbstverständlich in den Tagesablauf eingebaut werden. Mit einer solchen Gebetspraxis erhöhen sich die Chancen, dass wir auch als Erwachsene beten und daraus Zuversicht schöpfen können. Fürs Beten müssen wir aber kein besonderes Vorwissen haben, oder bestimmte Regeln befolgen. Es genügt die innere Haltung und die Bereitschaft, sich Gott zu öffnen. Beten ist ein Weg der Zuversicht: Wir legen unsere Bitten vor Gott, lassen los, was wir nicht kontrollieren können, und gehen weiter im Vertrauen darauf, dass Gott sich kümmert und uns leitet.</p><p>Besonders das füreinander Beten verbindet und stärkt Menschen. Es schenkt Mut und neue Hoffnung – über Grenzen hinweg. Wir beten für Frieden und für Heilung. Wir danken Gott für das Wunder des Lebens und der Vergebung. Die Kraft des Gebets liegt oft darin, dass es uns erinnert, dass wir nicht allein gehen, sondern getragen sind – von Gott und von der Gemeinschaft, die füreinander betet.</p><p>Beten ist mehr als ein Warten auf Lösungen. Beten ist eine Praxis der Gegenwart Gottes im Alltag. Und so beten wir zum Beispiel auch für einen sicheren Schulweg, für unsere Kinder, vor wichtigen Entscheidungen, um Geduld beim Aufräumen oder als Dank dafür, dass die Ampel schnell wieder auf grün umschaltet. Ein Gebet kann ein Lied sein, ein kurzer Moment der Stille, ein Seufzer oder ein kurzes Gespräch mit Gott.</p><p>Meinen Ring habe ich übrigens am nächsten Morgen wieder gefunden. Gott sei Dank!</p><p><strong>Sabine Bullemer-George, Religionspädagogin, Leiterin des evangelischen Schulreferats in den Dekanatsbezirken Lohr und Aschaffenburg</strong></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71049</guid><pubDate>Sat, 21 Mar 2026 08:00:00 +0100</pubDate><title>Kriechen oder demütig sein</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/kriechen-oder-demuetig-sein/</link><description>Der Wind der Fastenzeit weht uns noch immer an. Es gilt, mit manchem ihrer Worte in Klausur zu gehen und es von Innen her zu beleuchten. So das Wort „Demut“.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Allzu gerne wird es von den Mächtigen oder Möchtegernmächtigen missverstanden, wenn sie Menschen oder ganze Völker unter ihr eigenes Wertejoch stecken, damit sie vor ihnen kriechen oder als Untertanen buckeln. Doch nicht nur sie, auch die Natur wird unterjocht. Demut ist „Dien-mut“, Mut, dem Leben zu dienen, damit es sich so entfalte, wie es Gott und dem Menschen angemessen ist. In der Körperhaltung drückt sich Demut in der Verneigung oder aber in den nach unten gefalteten Händen aus, wie es profan unsere ehemalige Bundeskanzlerin offen bekundet hat.</p><p>Als der heilige Benedikt im 6. Jahrhundert Menschen aus ihren inneren und äußeren Dschungeln der Zeit hervorholte, um aus ihnen Menschen nach dem Vorbild Jesu zu formen, gab er ihnen als höchste Tugend die Demut vor. Sie ist mit einer Leiter vergleichbar: Ihre zwölf Sprossen oder Stufen werden rechts und links von zwei Holmen gehalten, vom Holm Leib und vom Holm Seele. Mit Weisungen für das rechte Maß, entschlackt und von sich frei zu werden, einerseits – andererseits sich davor zu hüten. „Gott je zu vergessen“. Schließlich sucht dieser bei Tag und Nacht, „ob er noch einen Verständigen finde“.</p><p>Benedikt geht es darum, vom Ross des Stolzes, wie ihn etwa die Kriegsführer aller Zeiten demonstrieren, hinunterzusteigen und durch Demut die Sprossen mutig hinaufzusteigen, um dem zu dienen, was wahres Leben ist und was die eigentliche Berufung des Menschen ist – Kind Gottes zu sein. Mit sich buckeln und kriechen hat das nichts zu tun. Im Gegenteil: Davon sprechen Benedikts konkrete Beispiele zu den 12 Stufen. So z.B. die gepflegte Gottesbeziehung, der Verzicht auf Allmachtsphantasien, mit den Herausforderungen des Lebens klug umgehen, seinen Blick auf die Werke der Liebe und des Friedens zu richten, zufrieden sein mit einem einfachen Leben, wesentlich leben, zu dem stehen, was wahr ist. Kriechen und sich buckeln hieße, wegschauen und heucheln. Demütig sein, heißt, zu seinem Gewissen stehen und sich dem hingeben, was den Menschen zum Menschen macht. Jesus hat es vorgelebt.</p><p><br /><strong>Peter Spielmann, pastoraler Mitarbeiter in Obernau</strong></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71053</guid><pubDate>Sat, 14 Mar 2026 08:00:00 +0100</pubDate><title>Erlöse uns von dem Bösen</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/erloese-uns-von-dem-boesen/</link><description>Angesichts der desolaten Situation in der Welt wird in ökumenischen Konferenzen mit Teilnehmern von Kirchen aus aller Welt immer gern auf das Gebet und seine heilende Kraft verwiesen. Besonders beliebt ist das Gebet für den Frieden. </description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="line-height:108%">Es spricht ja viel für das Gebet. Beten konzentriert Gedanken, Wünsche und Gefühle. Wer betet vertraut darauf, dass sie wertvoll sind und wenn schon nicht von Menschen, dann doch von Gott geachtet und gehört werden. Trotzdem kommt es mir oft zu einfach und ergeben vor, den Problemen der Welt nur mit Friedensgebeten entgegen zu treten. Und häufig lassen das Energielevel und die geistige Kraft dieser Gebete leider auch zu wünschen übrig. Also entfuhr es mir einmal: Können wir vielleicht mal für den Tod von Tyrannen beten?</span></p><p><span style="line-height:108%">Das hob sofort die Laune und zu meiner Überraschung waren sich alle afrikanischen Teilnehmer einig und stimmten mir zu: „Now, thats a powerful prayer, sister… Also: Das ist ein kraftvolles Gebet. Und das tun wir, immer wenn wir das Vaterunser beten: <i>Erlöse uns von dem Bösen</i>.“</span></p><p><span style="line-height:108%">Daran musste ich jetzt denken, als die Nachricht vom Tod Khameneis und der obersten Führungsriege im Iran bekannt wurde: Da wurden mächtige Gebete erhört. Und die Leute im Iran, die „Frau-Leben-Freiheit“ gerufen hatten, deren Angehörige zu Zehntausenden ermordet wurden, jubelten und tanzten auf den Straßen in einigen Momenten der Freiheit. Erlöse uns von dem Bösen. Und wir dürfen alle hoffen und beten, dass es nicht nur bei einigen Momenten bleibt. Es besteht Hoffnung, dass es besser wird für die Menschen im Iran und für alle im Nahen Osten, wenn die Tyrannen des Mullah-Regimes endlich fallen. Das wäre gut.</span></p><p><span style="line-height:108%">Für manche wäre es nur schwer zu verdauen, wenn das durch Krieg, Raketenangriffe und durch zweifelhafte Akteure zustande kommen sollte. Und sicher ist es ja auch nicht, heißt es dann. Das stimmt. Aber was ist schon sicher? Sicher ist, dass dieser Krieg nicht erst jetzt angefangen hat. Sicher ist auch, dass diese Welt nie vollständig erlöst sein wird und dass wir diese Bitte immer brauchen: Erlöse uns von dem Bösen. Das ist tatsächlich eine mächtige Bitte, die nicht nur friedlich, sondern auch kämpferisch daherkommt. Im biblischen Denken ist das völlig klar. Vielleicht wäre es an der Zeit, das zu lernen.</span></p><p><strong><span style="line-height:108%">Margit Binz, Pfarrerin für Ökumene, Evangelisches Dekanat Vorderer Odenwald</span></strong></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70934</guid><pubDate>Sat, 07 Mar 2026 08:00:00 +0100</pubDate><title>Himmlischer Frühlingszettel</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/himmlischer-fruehlingszettel/</link><description>Am Schreibtisch fällt mein Blick auf den kleinen Zettel, der seit Jahren von meinem alten in den neuen Terminkalender wandert. Auf ihm steht ein Ausspruch von Yannis Ritsos. </description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif">Dieser griechische Dichter hat im letzten Jahrhundert <font color="#000000">unter </font><font color="#000000">einer</font><font color="#000000"> Diktatur gelebt und wurde in die Verbannung geschickt. </font><font color="#000000">Der Satz lautet:</font><b></b><span style="font-style:normal"><b>„Jeder Mensch hat einen Himmel über seiner Wunde und einen kleinen gesetzwidrigen Frühlingszettel in seiner Tasche.&quot;</b></span></font></span></p><p><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif">Ich denke an Paare, die mir in der Aschaffenburger Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen gegenübersaßen. Oft war der Anlass die Sprachlosigkeit. Immer wieder begegnete mir dieses Streitmuster: Der Mann entzieht sich, wenn die Frau ihm ihre Unzufriedenheit klagt. Wenn er wegläuft, läuft sie ihm hinterher. Er macht noch mehr dicht und sie wird immer wütender. Ein ständiger Kreislauf. </font></span></p><p><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif">In der Regel fragte ich dann zuerst den Mann, wie er als Kind seine Eltern in Streitsituationen erlebte. Ein Mann sagte, er sei immer in sein Zimmer gerannt und habe sich die Decke über den Kopf gezogen. Beim Erzählen liefen ihm Tränen übers Gesicht. In diesem Moment beugte sich die Frau zu ihm und legte mitfühlend eine Hand auf seinen Oberschenkel. Stille. Sie hatte zum ersten Mal die „Wunde“ des hilflosen und verzweifelten Jungen gespürt, die sein Konfliktmuster bis heute bestimmt. Der Mann konnte zum ersten Mal seine Verletztheit zeigen und das Visier seiner Schutzrüstung aufklappen. </font></span></p><p><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif">Nicht nur in Beratung gilt: Immer, wenn der „Himmel über einer Wunde“ aufgeht, atmen Menschen auf. Verstehen wird möglich. Die Bereitschaft wächst, neue Verhaltensmuster einzuüben. Dann ist es Zeit für den <span style="font-weight:normal">„</span><span style="font-weight:normal">kleinen </span><span style="font-weight:normal">gesetzwidrige</span><span style="font-weight:normal">n</span><span style="font-weight:normal"> Frühlingszettel“</span>. </font></span></p><p><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif">Jesus ist mir dabei Vorbild und Mutmacher: Er verstieß gegen das Arbeitsverbot am Sabbat und berührte Menschen so, dass äußere und seelische Wunden heilen konnten. Er rief „Abgestellte“ in die Mitte und konfrontierte die Gesetzeshüter mit ihrer Unbarmherzigkeit. Er sah Menschen so an, dass sie wieder Ansehen und Mut bekamen. </font></span></p><p><span style="line-height:100%">„<font face="Arial, sans-serif">Frühlingszettel“ schreiben auch wir: Wenn wir uns einem Menschen zuwenden, dem das Leben Wunden geschlagen hat. Wenn wir uns in einer Welt voller Gewalt nicht im Privaten verstecken, sondern uns unbeirrt einsetzen für Respekt und Menschenwürde.</font></span></p><p><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif">Liebe Leser*innen,</font></span></p><p><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif">bis Ostern schreibe ich neue Zettel mit dem Mutmachsatz von Yannis Ritsos. Wo es passt, werde ich sie verschenken. Machen Sie mit?</font></span></p><p><strong><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif">Burkhard Fecher, Gemünden,&nbsp;</font></span></strong><strong><span style="line-height:100%"><font face="Arial, sans-serif">Pastoralreferent und Ehe-, Familien- und Lebensberater i.R.</font></span></strong></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70801</guid><pubDate>Sat, 28 Feb 2026 08:00:00 +0100</pubDate><title>„Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Röm 5,8)</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/gott-aber-erweist-seine-liebe-zu-uns-darin-dass-christus-fuer-uns-gestorben-ist-als-wir-noch-suender-waren-roem-58-1/</link><description>Kindergeburtstag. Bunte Papierfetzen fliegen durch das Zimmer. Ein Geschenk nach dem anderen wird aufgerissen. Große Augen bei dem langersehnten Spielzeug, begeisterte Rufe bei allem, was blinkt oder Geräusche macht. Und dann – ein Handtuch. Ein kurzer Blick. Ein höfliches „Danke“. Und weiter geht’s zum nächsten Paket.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wir alle kennen solche Geschenke. Manche lassen unser Herz höherschlagen. Andere legen wir zur Seite. Sie sind nützlich – aber nicht aufregend. Ein Handtuch gehört wohl eher in die zweite Kategorie.</p><p>Und doch: Wenn ich heute meinen Kleiderschrank öffne, dann sind es ausgerechnet die Handtücher, die mich noch aus meiner Kindheit begleiten. Tausendmal gewaschen. Abgewetzt. Unspektakulär. Und doch treu. Viele davon habe ich von Menschen bekommen, die mein Leben geprägt haben – Großeltern, Paten, liebe Wegbegleiter. Manche von ihnen leben längst nicht mehr. Aber ihre Handtücher sind noch da. Sie trocknen, wärmen, begleiten. Still. Verlässlich.</p><p>Vielleicht ist Gottes Liebe ein wenig wie so ein Handtuch. Der Vers aus dem Römerbrief lässt es zunächst nicht vermuten.</p><p>Er klingt groß und gewaltig: Christus ist für uns gestorben. Das ist kein kleines Geschenk. Und doch lehrt der Alltag etwas anderes, kommt Gottes Liebe oft nicht mit Glanz und Feuerwerk daher. Sie drängt sich nicht auf. Sie blinkt nicht. Sie schreit nicht nach Aufmerksamkeit.</p><p>Und dann wird es herzlicher, tritt Paulus uns ganz nah und schreibt: „Christus ist für uns gestorben, als wir noch Sünder waren.“ Nicht, als wir besonders vorzeigbar waren. Nicht, als wir alles im Griff hatten. Nicht, als unser Leben geschniegelt und gebügelt daherkam. Sondern mitten hinein in das Unfertige, Unaufgeräumte, Unansehnliche.</p><p>Die Fastenzeit erinnert daran. Sie lädt ein, genauer hinzusehen: Was trägt wirklich? Was bleibt, wenn der Glanz verblasst? Gottes Geschenk ist kein Effekt für den Moment. Es ist ein Zuspruch, der wächst. Der sich einschreibt ins Leben. Der uns begleitet durch viele „Waschgänge“ unseres Alltags.</p><p>Und gerade in den Zeiten, in denen wir selbst nicht glänzen – wenn Schuld uns beschwert, wenn wir uns schämen, wenn wir das Gefühl haben, nicht zu genügen – dann ist diese Liebe da. Sie trocknet Tränen. Sie nimmt das Nasse, Kalte, Unangenehme auf. Sie hilft uns, wieder in Form zu kommen.</p><p>Vielleicht lohnt es sich in diesen Wochen, einmal bewusst nach den „Handtüchern“ im eigenen Leben zu greifen. Nach dem, was unscheinbar wirkt – und doch trägt. Und sich sagen zu lassen: Gottes Liebe ist schon längst da. Nicht erst, wenn wir perfekt sind. Sondern genau jetzt.</p><p>So wünsche ich Ihnen, dass Sie in dieser Fastenzeit einen Blick für das unscheinbare Wirken Gottes finden.</p><p>Bleiben Sie gesegnet!</p><p><strong>Ihr Pfarrer Sebastian Roth</strong></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70657</guid><pubDate>Tue, 17 Feb 2026 08:09:54 +0100</pubDate><title>Eine Nacht voller Sonnenblicke</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/eine-nacht-voller-sonnenblicke/</link><description>Es ist wohl schon mindestens 15 Jahre her, da hatten wir im Kirchenladen zu einem besonderen Abend eingeladen: „Eine Nacht voller Sonnenblicke.“ war das Motto. Sieben gelbe Löwenzahnphotos vom Künstler Bernd Liebisch hatten wir im Raum aufgestellt. Die Teilnehmenden konnten zwischen den leuchtenden Blüten umhergehen und dabei von einer Sommerwiese träumen. Dazu gab es ein wunderschönes Konzert mit Klangschalen. Das war wirklich eine Nacht voller Sonnenblicke gewesen!</description><content:encoded><![CDATA[<div class="linklist" style="text-align: left;"><p><span style="line-height:100%">Nach dem Ereignis hängten wir die Löwenzahnbilder in unserem Laden auf. Immer wieder mal dachte ich an diesen magischen Abend zurück, an dem wir mitten in der Stadt in unserer Phantasie träumend über eine Sommerwiese laufen durften.</span></p></div><p class="western"><span style="line-height:100%">In den letzten Tagen habe ich die Bilder immer wieder angeschaut - doch dieses Mal nicht mit schönen und verträumten Gedanken, sondern voller Sorge.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">Bald wird unser Laden für immer schließen. Wohin dann mit diesen kleinen Kunstwerken?</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">Gestern kam ein Anruf: Einer unserer Stammkunden wäre froh und dankbar, wenn er die Bilder gegen eine Spende mitnehmen dürfte. Ich habe mich gefreut:</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">Die „Sonnenblicke“ werden nicht irgendwo in einer Ecke abgestellt werden, sie bekommen eine neue Chance zu leuchten und Freude zu bringen. Jedoch die bange Frage bleibt: Wie aber wird das mit all den hellen Stunden, die wir mit unserer Kundschaft und unserem Team im Laden verbringen durften? Wer trägt die sonnigen Momente weiter, in denen Menschen erleben konnten, dass jemand sie sieht, dass jemand ihnen zuhört, dass sie eine schöne Karte oder eine Engelfigur mit nach Hause nehmen konnten? Ein Symbol des Segens - auf dem Weg durch die City- wo wird das nun in Zukunft stattfinden? Abschiede sind schwer, etwas Liebgewonnenes loslassen zu müssen, tut weh.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">In der letzten Zeit hatte ich oft das Gefühl, dass ich mehr „Nächte voller Dunkelheiten“ durchmachen muss als „Nächte voller Sonnenblicke“ zu erleben.</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">Das ist jetzt aktuell mit der Schließung des geliebten Ladens verbunden, aber es kommt ja auch sonst im Leben immer wieder vor: Wir müssen Abschied nehmen von geliebten Dingen, von Lebensabschnitten, von liebgewordenen Menschen. Ob die Kraft einzelner „Sonnenblicke“ dann weiter trägt und wärmt? Ich glaube daran. Ich denke, dass die „Nacht voller Sonnenblicke“ nicht allein an unserem Laden hängt, nicht an den schönen Löwenzahnbildern, nicht an mir, meiner Kollegin und unserem Team. „Sonnenblicke“ werden immer wieder kommen. Ich glaube, dass wir alle in uns selbst eine göttliche Sonne in uns tragen, die uns geschenkt wurde. Diese innere Sonne macht es hell und warm in uns. Ich hoffe, dass ich sie weiterhin unter die Leute bringen kann, auch wenn der Kirchenladen bald seine Türen für immer schließt. „Nächte voller Sonnenblicke“ wird es weiterhin geben, besonders am Ende der Fastenzeit, wenn wir ins Licht der Ostersonne blicken dürfen.</span></p><p class="western"><strong><span style="line-height:100%">Eva Meder-Thünemann, Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Aschaffenburg</span></strong></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70528</guid><pubDate>Sat, 14 Feb 2026 08:52:00 +0100</pubDate><title>Geld regiert die Welt?</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/geld-regiert-die-welt/</link><description>So hat es derzeit den Anschein. Tech-Milliardäre, von denen jeder mehr besitzt als der gesamte Staatshaushalt vieler Staaten. Ölgeschäfte, die florieren, als gäbe es keinerlei Verantwortung für den Schutz des Klimas. Der Dow Jones, der erstmals die magische Marke von 50.000 Punkten überschritten oder der deutsche DAX, der im Januar die 25.500 Marke geknackt hatte. Und weiterhin besitzt in Deutschland die untere Hälfte der Bevölkerung nur 3% des Vermögens.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Kommunismus ist geschichtlich gescheitert. Schon zu biblischen Zeiten ist ein urchristlicher Liebeskommunismus ganz schnell wieder aufgegeben worden. Alle Menschen sind gleich viel wert, weil Gott uns geschaffen hat. Weil wir aber höchst unterschiedlich sind, sind wir dementsprechend nicht alle gleich. Ganz im Gegenteil. Wir unterscheiden uns nicht nur dem Aussehen nach, sondern auch in unserer Leistungsbereitschaft und darin, was wir – wortwörtlich – verdienen. Jesus sagt: Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. In manchen seiner Gleichnisse vergleicht er Gott sogar mit einem Arbeitgeber. Ein gesetzlich verankerter Mindestlohn oder eine progressive Einkommensteuer sind also biblisch durchaus gut begründbar. Oder anders ausgedrückt: Leistung muss sich lohnen. Was denn sonst? Aber tut sie das wirklich? Leistet ein Minenarbeiter im Kongo wirklich so wenig, dass er nur ein paar Münzen für einen Tag Schufterei bekommt? Leistet eine Kassiererin oder ein Landwirt, ein Berufskraftfahrer oder eine Pflegekraft wirklich dreißig- oder hundertmal weniger als ein Manager eines internationalen Konzerns? Kann man überhaupt eine Milliarde Euro verdienen?</p><p>Der Kommunismus ist weitgehend Geschichte. Gut so. Ist es aber nicht auch der derzeitige grenzenlose Kapitalismus? Wohlstand für möglichst viele Menschen erreicht man ganz offensichtlich nicht, wenn einige wenige immer reicher und viele andere gleichzeitig immer ärmer werden. Wenn wirklich Geld die Welt regiert, wird es zum Götzen und wir sind alle arm dran. Selbst die Superreichen. Denn dass Geld glücklich macht, ist längst als Märchen entlarvt. Wo aber Gott regiert, bleibt Geld das, was es schon immer war, ein nützliches Tauschmittel. Wovon jeder das bekommt, was er verdient. Oder anders ausgedrückt: Wer arbeitet, muss von seiner Hände Arbeit – oder besser: von seinem gottgegebenen Verstand – auch leben können. Im Kongo ebenso wie in Deutschland.</p><p>Rudi Rupp</p><p>evang. Dekan am bayer. Untermain</p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70358</guid><pubDate>Sat, 07 Feb 2026 08:00:00 +0100</pubDate><title>Dankbarkeit</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/dankbarkeit-1/</link><description>Was würden Sie sagen: Dankbar sind die Glücklichen oder Glücklich sind die Dankbaren? Die Glücksforschung gibt dem Benediktiner David Steindl-Rast Recht, der sagt: der Schlüssel zum Glück ist die Dankbarkeit. </description><content:encoded><![CDATA[<p><font face="Arial, sans-serif">Für mich ist Dankbarkeit eine menschliche Grundhaltung, die wesentlich dazu beiträgt, dass Menschsein gelingen kann. Und um es gleich vorweg zu nehmen und Missverständnissen vorzubeugen: Ich meine damit nicht die moralische Kategorie des Danken-müssens, die Erwachsene auch gerne den Kindern beigebracht haben.</font></p><p><font face="Arial, sans-serif">Hinter dem Gedanken des Dankens, als Schlüssel zum Glück, steht für mich die Einsicht, dass alle wesentlichen Dinge im Auf und Ab des Lebens geschenkt sind. Und: auch wenn ich ein aktiver Mensch bin, der sich nicht vor Verantwortung scheut, habe ich in meinem Leben gelernt, dass man das Wesentliche im Leben nicht „machen“ kann. Es hat einen Geschenkcharakter – gratis. Das alte Wort Gnade kommt daher und so bringt das Lied „Wechselnde Pfade, Schatten und Licht, alles ist Gnade, fürchte Dich nicht “ dies in klarer Weise zum Ausdruck.</font></p><p><font face="Arial, sans-serif">Wie alle wichtigen Dinge im Leben ist es auch mit der Dankbarkeit so, dass man sie einüben muss. Das gilt übrigens für Kinder wie für Erwachsene: Was man nicht übt, wird nicht zur Haltung. Es fängt damit an, dass man lernt hinzuschauen, was einem eigentlich jeden Tag so geschenkt wird. Gerade – während ich dies Kreuzwort schreibe - sitze ich zum Beispiel am Fenster und freue mich an der Sonne. Es ist eben nicht selbstverständlich. Und indem ich das wahrnehme, verändert sich auch etwas in mir. Wenn ich abends im Bett liege und mir überlege, wofür ich heute dankbar bin, merke ich, wie reich die Tage sind. Mein Blick geht dann in zwei Richtungen: Wem oder was habe ich zu danken? Und wofür danke ich?</font></p><p><font face="Arial, sans-serif">Ich merke dann immer wieder, wie sehr ich mit Menschen und der mich umgebenden Welt verbunden bin. Daran dockt sich als Folge Freude und Glück an. Diese Verbundenheit ist auch Ausdruck meiner Religiosität. Das Wort „religio“ bzw. „religare“ kommt aus dem Lateinischen und meint dieses Anbinden, sich verbinden und Vertrauen in diese Bindungen und Beziehungen zu entwickeln.</font></p><p><font face="Arial, sans-serif">Dem Mystiker Meister Eckhart wird der Satz zugeschrieben: „Wäre das Wort ‚Danke‘ das einzige Gebet, das du je sprichst, so würde es genü</font><font face="Arial, sans-serif">g</font><font face="Arial, sans-serif">en.“ </font></p><p><font face="Arial, sans-serif">Ein Dank, der aus tiefem Herzen kommt verbindet uns mit dem Urgrund unseres Seins und lässt uns spüren: Wir können Vertrauen haben und uns trotz alldem, was unmenschlich und destruktiv ist, an der Welt erfreuen. Insofern: Genießen sie die jetzt kommenden „tollen“ Tage denn: Glücklich sind die Dankbaren.</font></p><p><strong><font face="Arial, sans-serif">Dr Peter Müller,&nbsp;Theologe und Pädagoge</font></strong></p>

]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70189</guid><pubDate>Sat, 31 Jan 2026 08:00:00 +0100</pubDate><title>Augenblicke</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/augenblicke/</link><description>Es gibt ihn wirklich. Diesen Augenblick, wo wir die Zeit anhalten und für immer verweilen möchten. Weil sich alles so richtig und perfekt anfühlt.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><span style="line-height:150%">Petrus, Jakobus und Johannes haben so einen Augenblick. Sie gehen mit Jesus auf einen Berg, wo sie ganz unter sich sind. Dort erleben sie, wie Jesus in göttliches Licht gehüllt wird und Mose und Elia erscheinen. Auch die drei werden ins Licht getaucht. Petrus ist so ergriffen, dass er diesen Augenblick festhalten möchte. Er schlägt Jesus vor, dass er für ihn, Elia und Mose Zelte aufschlagen könnte. Um für immer dort zu bleiben. Im Licht. Sie hören Gottes Stimme. Und dann ist der Augenblick vergangen. Nur Jesus ist noch da und alles ist wie immer.</span></p><p class="western"><span style="line-height:150%">Diesen besonderen Augenblick der Gottesnähe festhalten. Wünschen, dass alles so im Einklang bleibt. Diesen Wunsch kann ich sehr gut verstehen.<br />Den Jüngern hatte Jesus da schon seinen Tod angekündigt, und kurz darauf tut er es zum zweiten Mal. Eine schwere Zeit steht bevor. Sie sind verunsichert und haben Angst. Aber ich kann mir vorstellen, dass ihnen die Erinnerung an diesen besonderen Augenblick Kraft gibt. Gott hat ihnen einen kleinen Moment Gemeinschaft und Gottesnähe gewährt, sie mit seinem Licht berührt. Das bleibt. Das kann sie durch alles Dunkel, was kommen wird, tragen.<br />Welche Augenblicke der Gottesnähe haben Sie schon erlebt? Wo wurden Sie von Licht berührt? Welche Erinnerungen sind tief in ihrem Herzen verborgen? Wo wollten Sie die Zeit anhalten?</span></p><p class="western"><span style="line-height:150%">Es ist wichtig, solche Augenblicke aufzuheben. Wenn sich schon die Zeit nicht anhalten lässt. Das besondere Erlebnis im Herzen zu behalten. Weil diese Augenblicke in der Erinnerung Proviant sind für die anderen Momente im Leben. Wenn wir Schweres ertragen, wenn Trauer uns trifft, wenn wir Streit erleben und wenn wir Tränen weinen. Dass wir uns dann, genauso wie diese drei, sagen können: Ich habe erlebt, dass Gott da war. Ich wurde von seinem Licht berührt. Es wird wiederkommen. Weil am Ende Gott über das Dunkel und den Tod gesiegt hat.</span></p><p class="western"><span style="line-height:150%">Bettina Lezuo, evangelische Pfarrerin in Aschaffenburg St. Matthäus</span></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70026</guid><pubDate>Sat, 24 Jan 2026 08:00:00 +0100</pubDate><title>Von Burgen und Bergen</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/von-burgen-und-bergen/</link><description>Burgen und Berggipfel bieten eine wunderschöne Aussicht und geben einen Ausblick auf die Schönheiten der Natur und der Landschaft. Zu jeder Jahreszeit sind sie einen Besuch wert. Es lohnt sich, den Aufstieg zu wagen und das Panorama zu genießen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Von oben, also aus der Vogelperspektive auf etwas zu schauen, verschafft noch einmal eine neue Ansicht. Es lässt Dinge erkennen, die vorher so nicht zu sehen waren. Nicht umsonst ist der Berg auch immer wieder ein wichtiges Bild in biblischen Erzählungen, wenn es um die Begegnung mit Gott und einem neuen Erkennen geht.</p><p>Ein bisschen mehr als drei Wochen hat das neue Jahr schon auf dem Buckel. Vielleicht gab es für sie auch schon einen „Bergmoment“ in 2026. Damit meine ich, dass sie z.B. Menschen von einer anderen Warte aus sehen und anschauen konnten. Aus der Vogelperspektive kann Dankbarkeit entstehen, dass es diesen Menschen gibt. Oder auch Vorfreude, mit diesem Menschen in das neue Jahr gehen zu können.</p><p>Kurz und gut - ein solcher „Bergmoment“ verhilft zu einem Einblick in und einem Ausblick auf die anstehende Zeit.</p><p>Ja, und was könnte denn alles Vorfreude wecken? Die Antwort wird je nach Person unterschiedlich und vielfältig ausfallen: Urlaubstage mit der Familie, ein besonderer Geburtstag, ein Besuch eines Konzertes oder im Stadion, gemeinsame Zeiten mit Freunden, Fest- und Feiertage in jeglicher Form und vieles mehr.</p><p>Und ganz gewiss gehört natürlich die Offenheit für Überraschungen in den kommenden Monaten dazu.</p><p>Seien sie gespannt auf ein schönes, vielfältiges und abwechslungsreiches Jahr.</p><p>Genießen sie jeden Tag aufs Neue die besonderen Augenblicke und Zeiten mit den Menschen, die ihnen am Herz liegen.</p><p>Das wünscht Ihnen Ihr</p><p><strong>Thorsten Seipel,&nbsp;Pastoralreferent,&nbsp;Ehe- und Familienseelsorge Aschaffenburg</strong></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69898</guid><pubDate>Sat, 17 Jan 2026 08:00:00 +0100</pubDate><title>Eine neue Blickrichtung</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/eine-neue-blickrichtung-1/</link><description>Wissen Sie, was ein Bilum ist? Ich gestehe, dass ich es erst kennenlernte als ich im Auftrag der Landeskirche bei der Synode der Kirche von Papua Neuguinea zu Gast war. Ich will es Ihnen verraten. Ein Bilum ist ein Netzsack. Er wird in der Regel aus Fäden geknüpft. Frauen in Papua Neuguinea verwenden ihn. Sie tragen damit auf dem Rücken ihre Kinder, Früchte und schwere Lasten. Mit einem Band an der Stirn wird das Bilum gehalten. Überall sieht man in Neuguinea Frauen mit ihren Lasten. Manche sind darunter regelrecht gebeugt.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das neue Jahr ist schon wieder einige Tage alt. Trotz aller guten Vorsätze und Hoffnungen brechen wir mit manchen Belastungen ins Neue, Unbekannte, auf. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, sagt der Volksmund. Das ist sicher so. Ja manchmal ist es nicht nur ein Päckchen, sondern ein richtiges Paket, das man tragen muss. Es kann eine schwere Last sein. Sie drückt nieder und fesselt die Gedanken. Sie hemmt die Lebensfreude. Im Netzsack der Lasten können Sorgen um den Arbeitsplatz, ein Konflikt mit dem Partner oder Kolleginnen, finanzielle Probleme, gesundheitliche Einschränkungen und Anderes enthalten sein. Jedenfalls ist manches eine Belastung. Das Weitergehen fällt schwer. Die Sehnsucht nach Hilfe und Entlastung ist groß.</p><p>Vielleicht hilft Ihnen weiter, was ein einheimischer Künstler in einer Kirche in Neuguinea dargestellt hat. Er hat das Bilum, das Lastennetz, einfach an das Kreuz von Jesus genagelt. Als ich das sah, dachte ich: Ja er hat recht! Mir kam ein Wort aus der Bibel in den Sinn. Da heißt es: „Alle eure Sorge werft auf ihn. Er sorgt für euch.“ Jesus ist der große Lastenträger. Er kam, um die Last der Welt auf sich zu nehmen. Jesus nahm sich der Nöte der Menschen an. Er ging den Weg bis zum Kreuz. Es ist das Hoffnungszeichen und der Rettungsanker. Jesus lädt auch heute ein mit den Worten: „Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Bei mir werdet ihr Ruhe finden. Ich will euch erquicken.“ Die Sorgen und Lasten des Lebens im Gebet vor Jesus ausbreiten. Das bringts! Die Lasten unter das Kreuz bringen, sie dort abladen – das entlastet. Das befreit und lässt aufatmen. Dass sie heute und an allen Tagen des Jahres nicht auf ihre Lasten schauen, sondern auf Jesus Christus – das wünsche ich Ihnen.</p><p><strong>Ihr Michael Wehrwein, evang.Dekan i.R., Lohr a.Main</strong></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69713</guid><pubDate>Sat, 10 Jan 2026 08:00:00 +0100</pubDate><title>Königliche Würde</title><link>https://aschaffenburg-katholisch.de/aktuelles/nachrichten/na-detail/ansicht/koenigliche-wuerde/</link><description>Vielleicht sind Ihnen in den vergangenen Tagen die Sternsinger begegnet. Es sind Kinder und Jugendliche, die als Könige verkleidet durch die Straßen ziehen und Geld für Kinder in Krisengebieten der Welt sammeln. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Ich erinnere mich gut, wie gerne wir früher die prächtigen Gewänder angezogen und die mit Goldfolie gebastelten Kronen aufgesetzt haben. Wir fühlten uns dann wirklich besonders und königlich.</p><p>An diesem Wochenende beginnt im Klinikum Aschaffenburg-Alzenau eine Ausstellung, die genau auf dieses Gefühl aufmerksam machen will: Jeder Mensch darf sich königlich fühlen, weil ihm eine besondere Würde zukommt. Unter dem Titel „Von Würde und Zerbrechlichkeit – König*innen im Klinikum“ werden vom 11. bis 30. Januar 15 Königsskulpturen durch fast alle Bereiche der beiden Klinikumsstandorte wandern. Die Figuren wurden geschnitzt von Tischler und Diakon Ralf Knoblauch aus Bonn und haben ihre Botschaft von der Menschenwürde schon in Länder auf der ganzen Welt getragen. Die Königsskulpturen stellen keine abgehobenen Herrscher dar, sie sind bodenständig und zeigen sich als Menschen wie jeder und jede von uns. Sie lächeln uns an, als wollten sie sagen: „Du bist auch eine/r von uns, ein König, eine Königin! Fühl Dich ruhig so!“ Neben ihrer Krone erinnert auch das weiße Hemd, das sie tragen, an Würde und Festlichkeit.</p><p>Dass die menschliche Würde zerbrechlich ist, wird besonders spürbar in den Grenzsituationen des Lebens – in Krankheit oder am Lebensende. Wenn die König*innen ins Klinikum kommen, dann setzen sie ein Zeichen dafür, dass der Mensch auch dann seine Würde behält. Die König*innen blicken mit ihren freundlichen Gesichtern in den Alltag der Stationen und Funktionsbereiche, sie begrüßen Mitarbeitende, Patient*innen und Besucher*innen am Empfang. Auf diese Weise laden sie uns ein, uns unserer königlichen Würde bewusst zu sein und ermutigen uns zu einem würdevollen Umgang miteinander.</p><p>Früher, als Sternsinger, fühlte ich mich besonders, wenn ich die goldene Krone tragen durfte. Inzwischen weiß ich: Wir brauchen uns nicht als Könige verkleiden, weil jeder Mensch eine „innere Krone“ trägt – die ihm verliehene und unveräußerliche königliche Menschenwürde.</p><p><em>Kerstin Gerlach, Pastoralreferentin im Team der ökumenischen Klinikseelsorge am Klinikum Aschaffenburg-Alzenau</em></p>]]></content:encoded><category>Kreuzworte</category><category>Impulse</category><category>Kreuzwort</category></item></channel></rss>