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Alpen ohne Berge?

Kreuzwort am 22. August 2026
Es ist Ferienzeit in Bayern. Viele Leute fahren in den Urlaub, die meisten in den Süden - Richtung Alpen.

Aber, falls Sie jetzt zu Hause sitzen, kann ich Sie trösten, denn: „Wussten Sie schon, dass die Alpen einen ganz erbärmlichen Anblick bieten, wenn man sich die Berge einmal wegdenkt?“ Dieses Zitat stammt von einem Mann, den Sie sicher alle kennen und der heute vor 15 Jahren verstorben ist. Bürgerlich hieß er Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow oder kürzer: Loriot.

Aber auch wenn er dieses Zitat sicher humoristisch meinte, hat es mich irgendwie zum Nachdenken gebracht, denn es erinnert mich daran, dass man solche Spektakel wie die Alpen durchaus bewundern darf. Ein weiteres Zitat von ihm unterstreicht das für mich: "Es ist der Reiz des Lebens, dass man nicht alles für selbstverständlich hält, sondern noch bereit ist, sich zu wundern." Klar, das bietet sich natürlich im Urlaub besonders gut an, wenn man schöne Landschaften erkundet, entspannte Momente erlebt und eine besonders gute Zeit mit seinen Lieben hat. Ich finde aber, die Kunst des (Be-)wunderns liegt vor allem in den kleinen Dingen, im Alltag einer jeden und eines jeden von uns: Wir dürfen auch die Naturspektakel in unserer Heimat bewundern, eine Blume die blüht, die Sonne, die untergeht…

Aber natürlich können wir auch auf einer noch kleineren Ebene ansetzen: das Essen, das wir genießen dürfen, den Anruf eines lieben Menschen, den wir erhalten, die Wohnung, in der wir leben dürfen. All das sind Dinge, die wir oft für selbstverständlich halten, über die wir uns gar nicht so viele Gedanken machen, denn wir laufen meist einfach zum Kühlschrank und kochen uns etwas. Aber eigentlich sind das alles Dinge, über die wir uns freuen und wundern dürfen, denn sie sind eben nicht selbstverständlich, sondern Geschenke, die wir - so glaube ich es - von Gott erhalten.

In diesem Sinne lade ich Sie ein, in der kommenden Woche den „Reiz des Lebens“ nach Loriot - in Erinnerung an ihn - bewusster wahrzunehmen.

Ihre Helena Wissel, duale Studentin, Ehe- und Familienseelsorge Aschaffenburg

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